Europa trifft sich in Belgien

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6. Jun. 2017

Berlin zu Gast bei Vige Mols 40-jährigem Jubiläum

Am 20. Mai 2017 veranstaltete die belgische Mannschaft Vige Mol ihr 15. internationales Torballturnier und lud dazu Teams aus ganz Europa ein. 18 Mannschaften aus Italien, Frankreich, Österreich, Belgien, der Schweiz und Deutschland waren vor Ort. Und das hatte einen ganz besondern Grund! Die Mannschaft aus Mol feierte ihr 40 jähriges Bestehen und wir Berliner durften dabei sein. Bei einem Turnier mit so vielen Teams waren wir alle noch nicht gewesen. Da war die Aufregung natürlich groß, vor allem weil wir nur mit drei Spielern anreisten und somit ohne der Möglichkeit eines Spielerwechsels auskommen mussten. Natürlich durfte sich auch niemand verletzen.
So ging es Freitag Vormittag auf die lange Reise nach Belgien, wo wir nach einen dreistündigen Intermezzo in Köln auch am Abend ankamen. Vom Veranstalter wurden wir am Bahnhof abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht. Nach einer etwas kürzeren Nacht sollte es dann am Samstag ins Turniergeschehen gehen. Auch für Sebastian Blobel, der uns begleitete und uns in vielen Bereichen eine große Hilfe war, sollte es ein langer anstrengender Tag werden. Er war als Schiedsrichter angemeldet und coachte uns noch obendrein. Da blieb kaum eine Minute zum Ausruhen. Danke für deine Ausdauer, Sebastian! Natürlich war auch unser Glücksbringer Frodo mit an Bord, den wir sicher auch brauchten.

Es sollte in drei 6er Gruppen gespielt werden. Jeder gegen Jeden. Nach der Vorrunde spielten dann die ersten Zwei der Gruppen die Plätze 1 bis 6, die Dritten und Vierten der Vorrunde die Plätze 7 bis 12 und die Fünften und Sechsten der Vorrunde die Plätze 13 bis 18 aus. Gespielt wurde in 3 Hallen.
Wir sollten in der Gruppe B zum Einsatz kommen. Das hieß, wir spielten mit der Gruppe C in einer Halle, die durch zwei Trennwände geteilt wurde. Die Geräusche, die aus dem benachbarten Hallenbereich kamen, brachten Schiedsrichter und Spieler oft zum Verzweifeln. Aber die Bedingungen waren für alle gleich. Auch an den Hallenboden musste man sich erstmal gewöhnen. Er war sehr stumpf, was das schnelle hin und her rutschen als schwierig gestaltete.
Unser erster Gegner war die Mannschaft vom BSSV Dortmund. Nach einem schnellen 0:2 Rückstand sollten uns die Dortmunder durch einige Leinenwürfe nochmal eine Chance geben nochmal ins Spiel zurückzukommen. Diese nutzten wir aus und konnten das Match noch mit 3:2 für uns gestalten. Glück gehabt!
Nun ging es gegen das französische Team aus Laval. Und wieder lagen wir schnell mit 0:1 zurück. Doch diesmal konnten wir uns mit einigen guten Würfen schnell wieder in Führung bringen und diese bis zum Ende der Partie verteidigen 4:1.
Gegen unseren nächsten Vorrundengegner hatte jeder von uns schon gespielt. Und wir wussten, die belgische Mannschaft aus Hasselt ist bärenstark. Unser Ziel war es mit einer starken Abwehrleistung gegen sie zu bestehen. was nur teilweise gelang. Wir ließen zwar nur 3 Treffer zu, konnten aber selber keinen Treffer landen. 0:3, da war nicht mehr drin.
Dann treffen wir auf die italienische Mannschaft aus Monza, von der wir im Torball bisher nichts gehört hatten. Es kam zu einen sehr umkämpften Spiel, wo wir schon 3:1 in Führung lagen und einige Chancen hatten das Match für uns abzusichern. Aber die Spieler aus Monza kämpften sich zurück und das Spiel endete 3:3. Da war mehr drin.
Im letzten Vorrundenspiel trafen wir auf einen der Turnierfavoriten. die Torhaller aus Brüssel, die am Ende auch Zweiter des Turniers werden sollten. Wir konnten gegen die Brüsseler lange Stand halten. Doch irgendwann hatten sie unsere Abwehrlücken gefunden und machten kurzen Prozess 1:4.
Die Vorrunde war beendet und mit dem dritten Platz zogen wir in die Zwischenrunde ein und spielten nun die Plätze 7 bis 12. Wir konnten sogar drei Punkte mitnehmen, da wir gegen das Team aus Dortmund, welches Vierter in unserer Gruppe geworden ist, und somit in unserer Gruppe der Zwischenrunde spielte, gewonnen hatten. Das Ergebnis wurde mit in die nächste Runde übernommen.
In der Zwischenrunde ging es dann zuerst gegen L’aquila. Nun musste man erstmal sehen, wer nach der langen Pause zwischen Vor- und Zwischenrunde am besten wieder in Schwung gekommen ist. Uns war das wohl ganz gut gelungen. Nach einer schnellen Führung konnten wir uns etwas absetzen und gaben diesen Vorsprung bis zum Ende nicht mehr ab. Nach zweimal fünf Minuten Spielzeit, ohne Seitenwechsel, gewannen wir mit 4:1.
Im nächsten Spiel trafen wir auf Glarus aus der Schweiz. Da hieß es auch, nicht unter die Räder zu kommen. Sie gehörte sicher auch zu den spielstärksten Mannschaften dieses Turnieres. Aber wir hatten einen sehr guten Start in die Partie. Nach ein paar Minuten stand es 3:1 für uns. Toll. Doch dann fand Glarus denn Schlüssel zum Sieg. Immer wieder der selbe Wurf. Es war wie verhext. Egal, wie weit wir mit unserer Abwehr nach vorn gingen, der Ball sprang über uns drüber. 4:7.
Jetzt spielten wir gegen den Gastgeber aus Mol. Und irgendwie steckte uns das Spiel gegen Glarus noch in den Knochen. Irgendwie kamen wir nicht so richtig zum Zuge. Die Mannschaft aus Mol beschäftigte uns ständig mit präzisen Würfen und ließ uns keine Zeit zum Luft holen. Wir hatten alle Hände voll zu tun. Das Spiel endete 1:4.
Auf zum letzten Spiel. Gegen DOT wollten wir uns nochmal gut verkaufen. Aber was war los? Erster Wurf: Leine. Zweiter Wurf: Leine….. Wer auch warf, Leine. So schlugen wir uns quasi selbst. Und unserer Gegner nahm die Einladung gerne an. Mit der 1:4 Niederlage waren wir noch gut bedient. Hie wäre ein Wechselspieler sehr hilfreich gewesen. Glücklicherweise waren unsere Spiele erledigt.
Von den andern Spielen die nicht unsere Gruppen betrafen haben wir leider nicht viel mitbekommen. Die Mannschaft aus Vorarlberg gewann das Turnier vor Brüssel und Magdeburg.

Die Siegerehrung fand bei einer stimmungsvollen Abschlussveranstaltung statt. Es wurde gesungen in verschiedenen Sprachen, dabei unterstützten die Gastgeber mit Gitarre und zum Anlass getexteten Liedern die Runde. Es war ein toll organisiertes Turnier. Da kann man vor den Gastgebern nur den Hut ziehen. Einfach toll!!

Für Berlin spielten Heiko Wiese, Steffen Bülth und Lutz Egeling.
Als Coach und Schiedsrichter war Sebastian Blobel dabei. Und Frodo.

Lutz Egeling

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