Porrträt Jürgen Becker

Braille - Grafik/Design Element
porrtraet-juergen-becker

Der Abteilungsvorsitzende Jürgen Becker im Portrait

"Das Erreichte festigen und den Torballsport weiter entwickeln!"

Seit 2013 führt Jürgen Becker die Abteilung Torball (anfangs Abteilung Tor- und Goalball im DBS e.V.) in verantwortlicher Position als Abteilungsvorsitzender. Blindentorball.de sprach mit ihm über seinen Weg in den Abteilungsvorstand, seine Zeit als Abteilungsvorsitzender sowie über seine Pläne für die Zukunft. Hier das Portrait:

Über den Schulsport zum Torball

"Kontakt mit dem Torballsport bekam ich durch den Schulsport an der Blindenschule in Friedberg." Erinnert sich Jürgen Becker an seine ersten Versuche mit den Klingelball. Nach einer längeren Pause stieg Becker dann Anfang der 80er Jahre bei der VSG Frankfurt wieder aktiv in das sportliche Geschehen auf dem Torballfeld ein. Vor zwei Jahren wechselte er dann mit seinen Kollegen der VSG Frankfurt zur TG Unterliederbach.

Laufbahn im Abteilungsvorstand war so ursprünglich nicht geplant

Als 2013 ein Vorstandsmitglied der Abteilung Tor- und Goalball sein Amt niederlegte, ließ sich Jürgen Becker als Nachfolger in den Vorstand wählen: "Ursprünglich war es nicht meine Intention, mich als Abteilungsvorsitzender wählen zu lassen. Durch meine Wahl in diese Funktion sollte ich lediglich im Vorstand der gemeinsamen Abteilung Tor- und Goalball den Bereich Torball repräsentieren. Kurz danach trat die Abteilungsvorsitzende sang- und klanglos zurück. Ich musste mich nun innerhalb weniger Tage entscheiden, ob ich das Amt des Abteilungsvorsitzenden übernehmen sollte. Dank der sehr guten Unterstützung durch den Deutschen Behinderten Sportverband e.V. entschied ich mich, zunächst das Amt kommissarisch bis zur nächsten offiziellen Wahl zu übernehmen. Der Rest ist ja dann bekannt." erläutert Jürgen Becker seinen Weg an die Spitze der Abteilung Tor-und Goalball.

Weichen für die Zukunft gestellt

Zurückblickend auf seine bisherige Amtszeit stellt Jürgen Becker drei Projekte, an denen er maßgeblich Anteil hatte, in den Vordergrund: Die Trennung der Abteilungen Tor- und Goalball in zwei eigenständige Bereiche, die Einführung des neuen Ligasystems (Deutsche Torball-Liga) und die Intensivierung der Arbeit im Nachwuchsbereich.

"Durch einige Unstimmigkeiten zwischen den Sportarten Tor- und Goalball kam es zur Trennung der beiden Sportarten in zwei unabhängige Abteilungen. Hierfür mussten umfangreiche Vorbereitungen getroffen und viele Gemüter beruhigt werden." Beschreibt Jürgen Becker die Gründung der eigenständigen Abteilung Torball im DBS e.V. und bilanziert: "Viele sahen den Torballsport nun ganz untergehen. Aus heutiger Sicht lässt sich jedoch feststellen: Die Trennung war kein Rückschritt für den deutschen Torballsport, sondern ein großer Schritt in die richtige Richtung."

Die neu gegründete Deutsche Torball-Liga geht 2016/17 in ihre zweite Saison. Auch an dieser Umstrukturierung hat Jürgen Becker maßgeblichen Anteil, sieht aber noch Entwicklungspotential: "Das Spielsystem war in seiner damaligen Form nicht mehr zeitgemäß. Um den Sport attraktiver und öffentlichkeitswirksamer zu machen, musste das System völlig überarbeitet werden. Dank der Unterstützung vieler Torballerinnen und Torballer haben wir nun das aktuelle Ligasystem entwickelt. Es muss sicher noch das Eine oder Andere modifiziert werden, aber die Testphase zeigte bereits, dass wir mit unserer Entscheidung richtig lagen. Ich stehe dahingehend in ständigem Kontakt mit den Vereinen und bin sicher, dass wir zur Saison 2017/18 ein brauchbares Spielsystem etabliert haben werden."

Auch im Bereich Nachwuchsarbeit hat Becker neue Akzente gesetzt: "Dieses Projekt war mit das schwierigste. In den letzten Jahren gab es so gut wie keine strukturierte Nachwuchsarbeit im Torballsport. Nur durch viel Einsatz meinerseits und einem hohen Engagement einiger am Torballsport interessierter Personen ist es gelungen, die Nachwuchsarbeit voran zu bringen. So konnten wir im vergangenen Jahr die erste Deutsche Schülermeisterschaft ausschreiben und in 2017 wird es die zweite Auflage geben."

Viele Projektideen für die Zukunft

Auch in Sachen Zukunft des Torballsports hat Jürgen Becker noch viele Ideen und blickt dabei über den nationalen Tellerrand hinaus: "Das bisher erreichte muss gefestigt werden. Dies gilt insbesondere für die Nachwuchsarbeit. Darüber hinaus möchte ich den Sport auch für Damenteams interessanter und attraktiver gestalten und diesen Bereich auch auf internationaler Bühne eine größere Akzeptanz zu verschaffen."

Ein weiteres Projekt auf Beckers Agenda ist die Professionalisierung im Schiedsrichter- und Trainerbereich: "Nachdem es mir bereits gelungen ist, regelmäßige Schiedsrichterfortbildungen zu etablieren, muss der nächste Schritt sein, eine spezielle Fortbildung für Trainer im Torballsport anzubieten. Dank der guten Unterstützung durch den DBS e.V. bin ich mir Sicher, dass das gelingen wird."

"Auf internationaler Ebene stehe ich in einem guten Austausch mit anderen Nationen, um auch auf dieser Bühne den Torballsport zu stärken. Hier ist es aber noch zu früh auf Einzelheiten einzugehen." Beschreibt Jürgen Becker abschließend seine Bemühungen über die nationalen Grenzen hinaus.

Video